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(Quelle Welt am Sonntag I Gourmetspitzen 22.05.2011 I Autor: Dieter Braatz)
Heilbutt auf Rahmspinat
Rantums kulinarische Eckpfeiler liegen in den Dünen direkt am Nordseestrand: Johannes Kings "Söl'ring Hof" und Herbert Secklers "Sansibar". Und was ist zwischendrin? Zum Beispiel, fast in der Ortsmitte, das Restaurant "Coast" von Jan Hendrik Rose, auf dessen Speisenkarte Küchenchef Tobias Evers modern-leichte Kreationen mit saisonalen Produkten aus der Region anbietet.
Es ist ein gemütliches Restaurant unter Reetdach, mit langer Fensterfront, bequemen Stühlen und holzverkleideten Wänden, angeschlossen einem kleinen Hotel, dem "Landhaus Rantum". Im Sommer kann auch auf der großen windgeschützten Terrasse gespeist werden - allerdings nur von der Tageskarte, die bis zum späten Nachmittag gilt. Ab mittags gibt es hier neben Sylter Austern auch geschmorte Schulter vom Deichlamm, Filetsteak mit Kräuterrisotto und Provenzalische Fischsuppe mit Olivenbrot.
Wir haben abends reserviert und sind gespannt auf Tobias Evers' junge kreative Küche. Auf der angenehm kleinen und damit recht übersichtlichen Karte fällt mir das Schaumsüppchen vom dänischen Hummer (11 Euro) ins Auge: Die Suppe hat einen intensiven Krustentiergeschmack, dazu wird eine knusprige Frühlingsrolle mit Enoki-Pilzen serviert - durchaus passend, aber ein bisschen Hummerfleisch im Teller hätte mir noch mehr gefallen.
Auch die zweite Vorspeise, ganz nach dem Motto "Land und Meer", kommt an: ein Salat von Perlgraupen (derzeit ein Trend in der Küche) und zarter Kalbszunge mit Olivenpesto, dazu als stimmige Beilage Nordseekrabben (16 Euro). Eher ein Zwischengang ist unser drittes Vorgericht, ein großer Raviolo, gefüllt mit dem Fleisch von der Gänsekeule und klein geschnittenem Grünkohl. Die aromatische Zugabe: zweimal rote Zwiebeln, geschmort und gebacken (16 Euro). Eine Grünkohlzubereitung, die auch im Frühjahr noch schmeckt.
In einem Restaurant namens "Coast" hält man sich spätestens beim Hauptgang an Fisch, etwa an Nordseesteinbutt, perfekt gegart, mit duftendem Kerbelrisotto und geschmortem Fenchel, was hervorragend harmoniert (29 Euro). Aber jede Menüfolge sollte einen Höhepunkt haben, hier ist es das auf den Punkt und trotzdem kross gebratene Heilbuttfilet auf Rahmspinat, mit braisierten Cherrytomaten und Kartoffelcrêpes (26 Euro). Bleibt nur noch unsere Empfehlung für Fleischfans, die es nicht lassen können: Dialog von zweierlei Schwein: zu Backe vom Ibérico und Bauch vom Hohenloher (vermutlich ein Schwäbisch Hällisches), beides in bester Zubereitung, werden ein getrüffeltes Rote-Bete-Püree (eine erdige Kombination) und ein geschmacklich etwas diffuser Erbsenstrudel aufgetragen (27 Euro).
Den süßen Abschluss haben wir uns dann erfrischend und inselgerecht gestaltet: mit einer nicht zu steifen Panna cotta vom friesischen Joghurt mit verschiedenen Nüssen und einem geschmackstypischen Birnensorbet (9 Euro) und einer aromatischen, aber sehr süßen Sylter Friesenlasagne mit süßem Pesto und Kürbiseis (9 Euro).
Für das Studium der Weinkarte sollte man sich Zeit nehmen, Restaurantchef und Sommelier "Hotti" Höhne hat immerhin 380 Gewächse auf der Karte, vornehmlich aus Europas renommierten Anbaugebieten, Schwerpunkt Deutschland. Das Angebot erstreckt sich vom raren 1945er Pommard aus dem Burgund (Flasche 620 Euro) bis zum 2009er Scharzhofberger Riesling Kabinett feinherb vom Weingut Reichsgraf von Kesselstatt (Flasche 25 Euro). Und Riesling gibt es auch von einigen eigenen Parzellen Roses in der Lage Brauneberger Juffer an der Mosel. Sehr große Auswahl an offenen Weinen und halben Flaschen. Wir können den 2009er Weißburgunder "S" vom Nahe-Weingut Schäfer-Fröhlich empfehlen (Flasche 43 Euro).
Dieter Braatz ist stellvertretender Chefredakteur der Zeitschrift "Der Feinschmecker"
(Quelle Welt am Sonntag I Gourmetspitzen 22.05.2011)
Restaurant Coast
Stiindeelke 1, 25980 Rantum/Sylt, Telefon 04651-15 51
Küchenzeiten: täglich 9-17 und 18-22 Uhr
Karten: EC.
Sitzplätze: 65 Plätze im Restaurant, 50 Plätze auf der Terrasse
Service: angenehm locker, dabei kompetent und verbindlich
Fazit: In Konkurrenz zu Zwei-Sterne-Koch Johannes King macht Tobias Evers keine schlechte Figur: Er serviert eine leichte, abwechslungsreiche Küche mit regionalen Produkten, mit Sorgfalt zubereitet und schmackhaft.
(Quelle Sylt à la carte 2006)
DAS KOCHEN MACHT HIER SICHTLICH SPASS
Das junge Restaurant mit moderner, kreativer Küche. Preisgünstige Tageskarte. 7 leckere Eintöpfe (5,- €), Hauptgerichte von 8,50 € (Ofenkartoffel mit Kräuterquark und gebratenen Kräuterlachswürfeln) bis 14,50 € (Riesengarnelen mit Olivenspaghetti). Cafégarten: selbstgebackener Kuchen (2,80 €) und Vanillewaffeln (5,80 €). Abendkarte: von 19,50 € (Steaks vom Weißen Heilbutt) bis 22,- € (Deichlammrücken). Wein 0,1 l u. 0,2 l ab 2,50 € (Riesling), Flasche ab 19,50 € (Grüner Veltliner).
Es ist eines der schönsten und zugleich eines der jüngsten Restaurants auf Sylt. Das große reetgedeckte Landhaus Rantum mit dem Restaurant Coast, das an Rantums Hauptstraße liegend kaum zu verfehlen ist, strahlt mit seiner edlen Ausstattung teils eine behagliche friesische Atmosphäre aus, andererseits wird mit starken modernen Elementen dazu ein Kontrast gebildet, der sich ebenso im Speisenangebot widerzuspiegeln scheint. Einerseits bedient die Küche die Erwartungen an ein solides Angebot mit traditionellen bodenständigen Gerichten, andererseits legt das Team um Jan Hendrik Rose so eine Kreativität an den Tag, dass auch ein erfahrener Gourmet entzückt sein wird.
Schon tagsüber zeigt sich die Küche von Sven Dahl mit sorgfältig zubereiteten Tagesofferten auch für den kleinen Zwischendurchhunger als ideales Anlaufziel, für Radfahrer und Wanderer. Ofenkartoffeln, Matjes, Lammbuletten bis hin zum Wiener Schnitzel - und alles auf erfreulichem Mittagspreis-Niveau. Der junge Sylter Küchenmeister Sven Dahl bevorzugt immer die Produkte der Insel und der hiesigen
Küstenregion, seien es die Keitumer Lämmer oder die Kartoffeln aus Braderup.
Das kreative Kochen macht ihm sichtlich Spaß, und das spiegelt sich ohne Frage auf dem Teller wider. Da gibt es dann eine „gefüllte Seezunge mit Meeresfrüchterisotto und sâutierten Mangoldtortellini“, und ein eigentlich der bürgerlichen Küche vorbehaltenes Gericht wird hier nicht nur verbal zur Delikatesse aufgepeppt: „Medaillon und gebratene Leber vom Friesenkalb auf Kresse-Kartoffelpürree mit Apfel und gebackenem Frühlingslauch.“
Ach, es gäbe noch Vieles zum Restaurant Coast zu vermelden, z.B. die schöne windgeschützte Garten-Café-Terrasse mit Außenbar und Wasserfall, auf dem man köstliche Vanillewaffeln vertilgen kann, und diese erlesene Weinkarte, und, dass das Landhaus auch Appartements vermietet, und dass das Frühstück à la carte jedem Gast offensteht...
(Quelle "Die Insel" 05/2006)
Sylt Kulinarisch
Es ist eines der jüngsten und kreativsten Sylter Restaurants, das sich mit einer erfrischend ungewöhnlichen Interpretation der traditionellen regionalen und saisonalen Küche auf den Weg gemacht hat, ein Stammpublikum zu erobern. Die phantasievollen Speiseempfehlungen halten, was sie versprechen, z. B. "Sylt Tapas": kleine Sylter Royal Auster auf Champagnerkraut und kleiner Bratwurst, ein Löwenkopftässchen voll Lister Fischsuppe mit Nordseekrabben und ein warmer Ziegenkäse-Zwiebelkuchen. Doch die jungen, kreativen Gastgeber (Inhaber Jan Hendrik Rose und Küchenmeister Sven Dahl) vergessen nicht die traditionelle, bodenständige Küche und bieten neben gekonnt zubereiteten Fischgerichten täglich ein Schmorbratengericht an. In dem dekorativ mit hellen, leichten Möbeln umgestalteten reetgedeckten Haus werden neben interessanten deutschen Weinen auch vorzügliche spanische, italienische und französische Weine angeboten.
Tischgespräch im „Coast”, Restaurant im Landhaus Rantum in Rantum
Rantum ist zwar das kleinste Seebad mit dem längsten Strand der Insel, steht aber im gastronomischen Bereich bis auf die beiden Insel-Highlights „Sansibar” und „Söl’ring Hof” eher im Schatten der Metropole. Da kommt es gelegen, dass eine junge Crew um Inhaber Jan Hendrik Rose und Küchenchef Sven Dahl mit ihrem Restaurant „Coast”im ehemals beschaulichen „Landhaus Rantum” frischen Wind in die Szene bringen. Das „Coast” ist allemal einen Abstecher aus Wenningstedt oder Westerland wert. Mit dem in pastelligem Grün gehaltenen Restaurant erfüllte sich der Hamburger Jan Hendrik Rose einen langgehegten Traum. Küchenmeister Sven Dahl stammt von der Insel, lernte im Strandhörn, kochte in Hamburg, am Bodensee, in Frankreich und auf der Sea Cloud.
Sie haben sich einer jungen, kreativen Küche verschrieben, was haben wir uns darunter vorzustellen?
Wir schlagen keine bestimmte Richtung ein, sondern sagen einfach „schmecken muss es”! Unsere fast ausschließlich regionalen, ja lokalen Produkte bereiten wir mal anders zu als man es kennt. Wir reichen den Seeteufel auf Erbsenpürée und sautiertem Feldsalat in brauner Butter gebraten, die Meeräsche mit geschmorter Endivie oder das Entrecôte mit Ziegenkässpätzle und Feldsalat und wer möchte, bekommt auch Queller aus dem Watt, in Butter gebraten. Das sind moderne Interpretationen inseltypischer, bewährter Gerichte.
Gibt es bei Ihnen denn auch Insel-Klassiker?
Die finden Sie selbstverständlich auch auf unserer Karte: Entenbrust mit Birnen, Bohnen und Speck oder Heidschnucke mit Muskatkürbis – wir wechseln häufig, damit es nie langweilig wird. Unser Ziel ist eine Küche, die gerne wie eine Sterneküche schmecken darf, die sich aber jeder leisten kann. Zudem geht’s bei uns ungezwungen und informell zu.
Ein Wort noch zu Ihren Weinen?
Wir haben die wichtigsten Anbaugebiete in Europa abgedeckt, denn hier sehen wir unseren Schwerpunkt. Unsere Karte ist sorgfältig abgestimmt auf unser Küchenprogramm, damit jeder zum guten Mahl auch den richtigen Tropfen findet.
